BUCH INFO
Stefan Ernsting
Der phantastische Rebell Alexander Moritz Frey
oder Hitler schießt dramatisch in die Luft
Atrium Verlag, Zürich 2007, 240 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN-10: 3855351201 - EUR 19,90
INFO:
"Die Vision hat ihren Ursprung im Protest, sie weiß besser als die Zeitung ,wie es
wirklich war' besser im Sinne einer stärkeren Logik, eines bunteren Geschehens,
einer drohenden Wahrhaftigkeit."
(Alexander Moritz Frey, 1929)
Nach der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 fand deutsche Literatur hauptsächlich
im Exil statt. Einer der am wenigsten bekannten Autoren, die Deutschland verlassen
mussten, war Alexander Moritz Frey. 1933 floh er, versteckt im Kofferraum eines
Freundes, über die österreichische Grenze. Frey kehrte nie wieder nach Deutschland
zurück und verstarb 1957 verarmt im Schweizer Exil.
Alexander Moritz Frey ist der große Unbekannte der deutschen Literatur. Sein
Antikriegs-Roman "Die Pflasterkästen" (1929) wurde von der Presse der Weimarer
Republik in einem Atemzug mit "Im Westen nichts Neues" genannt und sein
"Solneman der Unsichtbare" gilt als einer der großen Klassiker der frühen Phantastik,
aber keines der beiden Bücher ist noch lieferbar.
Frey verfasste eine große Zahl von Romanen, Novellen, Erzählungen, Gedichten und
unzählige Rezensionen für diverse Tageszeitungen. Er war ein guter Freund von
Thomas Mann, Heinrich Mann, Max Reinhardt und Hans Arp. Seine visionären
Satiren und seine schonungslose Abrechnung mit dem "Maschinenkrieg" machten
ihn nicht nur in München zu einem viel beachteten Mann. Seinen Namen sucht man
in den einschlägigen Nachschlagwerken trotzdem meist vergeblich oder höchstens
aufgelistet als einen von vielen Exil-Autoren, die man bis heute noch nicht wieder in
die Literaturgeschichte "reintegrieren" konnnte, wie es deutsche Beamte formulieren
würden. Gab es einen Grund dafür, dass es kaum noch Hinweise auf die Existenz
dieses wichtigen Autoren gab, der auch von Kurt Tucholsky, Peter Suhrkamp und W.
E. Süßkind in den höchsten Tönen gepriesen wurde? Vielleicht die Bekanntschaft mit
jenem cholerischen Österreicher, den Frey später mit einem "kollernden Puter"
verglich?
Alexander Moritz Frey lag von 1915 bis 1918 als Sanitäter zusammen mit dem
Meldegänger Adolf Hitler im Schützengraben an der Westfront des 1. Weltkriegs. In
seinen persönlichen Aufzeichnungen und fiktionalen Ausflügen liefert er eine ironisch
nüchterne Beschreibung Hitlers, der schon im Schützengraben durch
opportunistische Hetzereien aufgefallen war. In verschiedenen Dokumenten, die sich
in seinem Nachlass befinden, zeichnet Frey ein präzises Bild des Gefreiten Hitler,
dessen Fronterlebnisse bisher kaum durch Material aus erster Hand belegt waren.
"Der unbekannte Gefreite" ist eine biographische Spurensuche nach Alexander
Moritz Frey, der sich von den Nazis nichts gefallen lassen wollte und in seinen
Romanen zum passiven Widerstand aufrief. Seine zutiefst menschliche Form von
antifaschistischer Opposition, der verspielte Witz seiner Bücher und eine
außergewöhnliche Exil-Biographie warten auf eine Wiederentdeckung, die schon viel
zu lange verpasst wurde. Das Buch analysiert nebenbei die kulturpolitische Funktion
der deutschen Phantastik Anfang des 20. Jahrhunderts und deren Einfluß auf ein
gesellschaftliches Klima der Irrationalität, die sich unter Hitler im Glauben an einen
unfehlbaren und allgegenwärtigen Führer manifestierte.
LINKS
-Leseprobe bei Perlentaucher: www.perlentaucher.de/buch/26212.html
-Auszug: news.antville.org/stories/1445021/
-Spiegel Online English review with excerpts:
www.spiegel.de/international/zeitgeist/0,1518,478359,00.html
-A.M. Frey auf MySpace: www.myspace.com/amfrey
PRESSESTIMMEN
,,Wie schön, dass an dieses Leben noch einmal erinnert wird, an dieses Leben und
Schreiben, an diesen erstaunlichen Mann." (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung,
10.7.2007)
"Alexander Moritz Frey ist heute einer der fast unbekannten Exilanten, deren Spuren
es-50 Jahre nach seinem Tod-erst wieder auszugraben gilt. Stefan Ernsting hat sich
dieser Aufgabe mit Rechercheeifer und Akribie angenommen. (...) Die Biographie,
ergänzt durch einen sehr ausführlichen Anhang mit allen bisher ermittelten
Publikationen des Schriftstellers, bleibt auch dort ergiebig, wo kaum Details über
dessen konkrete Lebensverhältnisse zur Verfügung stehen. Stefan Ernsting, Autor
des erfolgreichen Buches "Der rote Elvis. Dean Reed oder das kuriose Leben eines
US-Rockstars in der DDR", versteht es, diese Leerstellen durch Informationen zur
Exilsituation in der Schweiz insgesamt und zum Leben von Freys Freunden zu
füllen."
(Lesart Nr. 1/2007)
"Anhand des Lebensweges dieses Autors charakterisiert Ernsting die Gesellschaft
der Weimarer Republik und deren Anfälligkeit für die Verführung durch die Nazis.
Nach der Niederlage im ersten Weltkrieg hängen breite Schichten der Bevölkerung
phantastischen Mythen an. (...) Eine aufschlussreiche Biographie, die nicht nur einen
bedeutenden Schriftsteller ehrt, sondern auch über den Einfluss der Phantastik auf
die Gesellschaft zur Zeit der Weimarer Republik Aufschluss gibt. Nicht zuletzt ist dies
auch eine erhellendere Lektüre über Hitlers Weg zur Macht."
(ZDF-Aspekte: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/30/0,1872,5254334,00.html)
"Stefan Ernstings biographische und zeitgeschichtliche Annäherung an den
"Phantastischen Rebellen" ist gespickt mit derart aufschlussreichen Dokumenten, sie
ist materialreich und weckt Neugierde auf Freys schwer zugängliches Werk.
(Literaturen Nr. 2/2007)
,,Stefan Ernsting glänzt als akribischer Sammler und Archiv-Stöberer." (Martin Ebel,
Tages-Anzeiger, Zürich, 2.4.2007)
,,All dies erzählt Stefan Ernsting in seiner soeben erschienen Frey-Biographie, die
sich ihrerseits wie ein packender Roman liest." (Bernhard Setzwein, Bayerische
Staatszeitung, April 2007)
,,Das Buch des Publizisten Stefan Ernsting (Berlin) lässt Persönlichkeit und Schicksal
des vor 50 Jahren gestorbenen Frey (1881-1957) mit vielen bewegenden, auch
zeithistorisch interessanten Einzelheiten lebendig werden." (Rudolf Grimm, dpa, 20.
4.2007)
"Stefan Ernstings Biografie über Alexander Moritz Frey ist die Wiederentdeckung
eines Klassikers der frühen Phantastik (...) Ernsting stellt dabei erneut sein Gespür
für ungewöhnliche Themen unter Beweis. (...) In einem gut lesbaren Stil verfolgt
Stefan Ernsting den Lebensweg des Schriftstellers, der durch ausführliche Zitate
selbst zu Wort kommt. (...) Frey betrieb keine romantische Verschleierung der
Wirklichkeit, sondern er übte in seinen zuweilen skurrilen Geschichten bissige Kritik.
Deshalb erlag er nicht den reaktionären Gefahren okkulter oder esoterischer Lehren,
die in Deutschland damals zunehmend an Einfluss gewannen und deren Bedeutung
für das Aufkommen des Nationalsozialismus Ernsting in kurz gehaltenen und
pointierten Exkursen erläutert."
(Weser Kurier, 23.2.2007)
,,Die Biographie, ergänzt durch einen sorgfältigen Anhang mit allen bisher ermittelten
Publikationen des Schriftstellers, bleibt auch dort ergiebig, wo kaum Details über
dessen konkrete Lebensverhältnisse zur Verfügung stehen. Stefan Ernsting, Autor
des erfolgreichen Buches ,,Der rote Elvis. Dean Reed oder das kuriose Leben eines
US-Rockstars in der DDR", versteht es, diese Leerstellen durch Informationen zur
Exilsituation in der Schweiz insgesamt und zum Leben von Freys Freunden
auszufüllen." (Monika Melchert in ,,Neues Deutschland", 26.4.2007)
,,Das Buch des Berliner Publizisten Stefan Ernsting lässt Persönlichkeit und Schicksal
des vor 50 Jahren gestorbenen Frey (1881-1957) mit vielen bewegenden, auch
zeithistorisch interessanten Einzelheiten lebendig werden." (Rudolf Grimm,
,,Landshuter Zeitung, 18.4.2007)
,,Man wird neugierig auf diesen verbannten und gründlich verdrängten-verdrängt,
denn wir hatten keine Gelegenheit, ihn zu vergessen, Autoren, auch anhand der
zitierten, nicht selten noch unveröffentlichten Passagen, dass man hofft, diese
Biographie werde alsbald eine Alexander Moritz Frey-Renaissance einleiten. (Jörg
Sundermeier in ,,Berliner Zeitung", 19.4.2007)
,,Eine Wiederentdeckung des Werkes von A.M. Frey ist überfällig!" (Bert Dahlmann in
,,Westzeit", 2.4.2007)
"Alexander Moritz Frey ist in die Geschichte eingegangen als der Schriftsteller, der
im Ersten Weltkrieg von 1915 bis 1918 mit Adolf Hitler im selben Regiment diente.
Daher ist er einer der wichtigsten Quellen für den Charakter des damals schon
Hetzreden schwingenden späteren Diktator. Diese Bekanntschaft wurde Frey zum
Verhängnis, weil er sich später nicht von der "Bewegung" vereinnahmen lassen
wollte. 1933 demolierte die SA seine Wohnung, Frey selbst konnte fliehen- nach
Salzburg. Fünf Jahre lang war der Autor Zeuge der Agonie der jungen Republik
Österreich. Er hat seine Erlebnisse in dem Salzburger Roman "Hölle und Himmel"
(1945) festgehalten, ein Buch, das einerseits Schlüsselroman, andererseits Werk des
Magischen Realismus ist. Freys phantastisch-humoristisches Erzählwerk harrt leider
noch immer der Wiederentdeckung. Stefan Ernstings essayistisch- lockere Biografie
ist der erste Schritt dahin."
((http://www.rupertusbuch.at/buchtipps/buchtipps.htm))
Weitere Rezensionen:
-Daily Telegraph, London (7.5.2007)
United Press International (7.5.2007)
-The Scotsman, Edinburgh (3.5.2007)
-Lübecker Nachrichten (3.5.2007)
-Bayerischer Rundfunk (3.5.2007)
-Spiegel International (3.4.2007)
-GlaubeAktuell.de (2.4.2007)
-Ostthüringer Zeitung (24.3.2007)
-Tachles, Jüdisches Wochenmagazin (16. 3. 2007)
-Neues Deutschland (22.3.2007)
-http://blog.zvab.com/2006/12/13/alexander-moritz-frey-der-phantastische-satiriker/